Die Fed hat es nicht getan. Die Leitzinsen wurden nicht erhöht, aber auch nicht gesenkt. Einige Anmerkungen zur aktuellen Zinspolitik in den USA

Wir haben uns genauer angeschaut, was gerade im Euro-Raum geldpolitisch seitens der EZB passiert ist. Nach einer Phase der Leitzinssenkungen und stabiler Leitzinssätze ist im Juni 2026 scheinbar die Zinswende eingeläutet worden.1 Eine Wende nach oben, die drei Leitzinssätze der EZB wurden um jeweils 0,25 Prozentpunkte angehoben.

Wie bereits erläutert stellt die EZB auf die über der Zielinflationsrate liegende tatsächliche Preissteigerungsrate im Euro-Raum ab und sie geht von „Aufwärtsrisiken“ bei der Inflation in den kommenden Monaten aus, so dass sie meint, auf dieser Grundlage zu dem bekannten geldpolitischen Instrumentarium greifen zu müssen. Die kritischen Positionen dazu von einigen Ökonomen habe ich Ihnen erläutert bzw. zur Verfügung gestellt.

Und was passiert in den USA? Steht die Federal Reserve (Fed), also die US-amerikanische Notenbank, nicht vor der gleichen Notwendigkeit einer zinspolitischen Reaktion auf eine über der Zielinflationsrate liegende tatsächliche Inflationsrate? 

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Die EZB hat es getan. Sie hat die Leitzinsen angehoben. Neben viel Zustimmung erfährt die aktuelle Zinspolitik der Europäischen Zentralbank auch Kritik und Ablehnung

»Der EZB-Rat hat beschlossen, die drei Leitzinssätze der EZB um jeweils 25 Basispunkte anzuheben. Dementsprechend werden sich der Zinssatz für die Einlagefazilität sowie die Zinssätze für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und für die Spitzenrefinanzierungsfazilität mit Wirkung vom 17. Juni 2026 auf 2,25 %, 2,40 % bzw. 2,65 % belaufen.«

Mit diesen trockenen Worten hat die EZB am 11. Juni 2026 ihre (vorläufige?) Zinswende eingeläutet. 2024 hatte es in mehreren Schritten Zinssenkungen gegeben und seit dem Sommer 2025 gab es keine Leitzinsbewegungen – nicht weiter nach unten, aber auch keine Anhebung. Jetzt also geht es wieder rauf.

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Das „magische Viereck“ als gesetzliche Verpflichtung für die deutsche Wirtschaftspolitik – und ein besonderer Blick auf das Ziel „stabiles Preisniveau“. Die aktuelle Inflationsentwicklung hat Folgen für die Leitzinspolitik der EZB

Wir haben in Deutschland für fast alles Gesetze. Haben gewusst, dass es in Deutschland derzeit über 1.700 Bundesgesetze (genau 1.797 Gesetze mit über 52.000 Einzelnormen) sowie fast 2.900 nachgelagerte Rechtsverordnungen (mit weiteren 45.000 Einzelnormen) gibt? Aber aufgepasst: Hierbei handelt es sich nur um das Bundesrecht – unzählige weitere Landesgesetze der 16 Bundesländer (z. B. Schul- oder Polizeigesetze) sind hierbei noch nicht eingerechnet. 

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